Freisetzung Ammoniak

Datum: 15. Juli 2010 um 13:24
Dauer: 6 Stunden 9 Minuten
Einsatzart: THL 
Einsatzort: Kellerstrasse
Fahrzeuge: 1. HLF 20/16 , WLF-Kran , AB Ruest Schwer , KdoW – alt , MTW alt 


Einsatzbericht:

Am Donnerstag 15.07.2010 gegen 13.25 Uhr wurde die Feuerwehr Pfaffenhofen zu einem Ammoniakaustritt in eine hiesige Brauerei gerufen. Vor Ort wurde festgestellt, dass aus der Kühlanlage Ammoniak austrat.

Als Sofortmaßnahmen wurden im Bereich der Leckage ein Hohlstrahlrohr im Innenangriff sowie im Bereich des Gebäudezugangs ein Hohlstrahlrohr sowie ein wasserbetriebener Hochleistungslüfter zur Erzeugung eines Wassernebels eingesetzt. Des Weiteren wurde auf dem entgegengesetzten Gebäudezugang ebenfalls ein Hohlstrahlrohr im Außenbereich vorgenommen und die direkt angrenzenden Gebäude geräumt.

 

Die Trupps im Innenbereich trugen zum Eigenschutz Chemikalienschutzanzüge der Form II. Im direkten Außenbereich wurden die Trupps mit Pressluftatmern, im abgesetzten Bereich mit Filtergeräten ausgestattet.

 

Um einer eventuellen größeren Schadstoffwolke begegnen zu können, wurde unter Leitung der Berufsfeuerwehr Ingolstadt ein eigener Abschnitt Messen gebildet. Durch Messtrupps der alarmierten Werkfeuerwehren BayernOil und Audi sowie der Berufsfeuerwehr Ingolstadt wurden im Stadtgebiet vorsorglich mehrere Messpunkte errichtet, durch die eine ständige Überwachung möglich war.

Im Zuge der Messungen konnten keine erhöhten Schadstoffwerte nachgewiesen werden uns es bestand somit keine Gefährdung der Bevölkerung.

 

Die gemeinsame Einsatzleitung bestehend aus Feuerwehr, Polizei, Umweltbehörde sowie Rettungsdienst wurde im Einsatzleitwagen des Landkreises eingerichtet um die weitere Vorgehensweise abzustimmen. Um die getroffenen Erstmaßnahmen weiter aufrechterhalten zu können, war es erforderlich weitere Feuerwehren mit Atemschutzgeräteträgern zu alarmieren.

 

Hierzu wurden die Feuerwehren aus Schweitenkirchen, Uttenhofen, Wolnzach und Geisenfeld nachalarmiert. Die Versorgung mit frischen Atemluftflaschen erfolgte durch die Feuerwehr Pfaffenhofen im Pendelverkehr, alkoholfreie Getränke wurden durch die Brauerei bereitgestellt.

 

Durch die Einsatzleitung konnte schnell ein Monteur erreicht werden, der sich vom Firmensitz in Chieming am Chiemsee auf den Weg zur Einsatzstelle machte. Der Monteur der Firma gab dem anwesenden Betriebsinstallateur bereits während der Anfahrt per Telefon Anweisungen für Maßnahmen die zum Stopp des Ammoniakaustritts führen sollten.

 

Nachdem der Betriebsinstallateur unterstützt durch die Feuerwehr die Maßnahmen ausgeführt hatte kam es rasch zu einer Verringerung des Ammoniakaustritts der dann im weiteren Verlauf ganz gestoppt werden konnte. Kurz nachdem der Austritt gestoppt war, traf der Monteur an der Einsatzstelle ein. Er überprüfte den Zustand des Leckagebereichs und traf dann weitere Sicherungsmaßnahmen. Nachdem der betroffene Bereich soweit als möglich gesichert war, rückten die Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Rettungsdienstes ab.

 

Das hinzugezogene Gewerbeaufsichtsamt machte die Auflage, dass das Ammoniak aus dem Leckagebereich umgehend abgepumpt werden musste. Eine Fachfirma wurde dahingehend beauftragt dies noch am selben Abend durchzuführen. Da es sich hierbei um einen Routinevorgang handelte, waren hierzu keine Kräfte der Feuerwehr erforderlich.

 

Es wurde aber umfangreiches Beleuchtungsgerät sowie eine ausreichend dimensionierte Stromversorgung benötigt. Aus diesem Grund wurde das THW nachgefordert, das die Fachfirma mit Beleuchtungsgerät und einer gesicherten Stromversorgung während der Arbeiten unterstützte.